Wie Kooperativen die Fairtrade-Prämie einsetzen
Beim Kauf eines Fairtrade-Produkts geht eine sogenannte Fairtrade-Prämie an die Produzenten des Produkts. Was bedeutet das genau und was passiert mit dieser Prämie?
Wir arbeiten seit 1992 mit Fairtrade Max Havelaar zusammen und setzen uns unter anderem so für höhere Löhne in einem Angestelltenverhältnis und Einkommen durch selbstständigen Erwerb in den Produktionsländern ein. Mit 1 300 Produkten führen wir 2024 das grösste Fairtrade-Sortiment der Schweiz. Jedes zweite in der Schweiz verkaufte Fairtrade-Produkt geht bei Coop über den Ladentisch. Dadurch profitieren Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiter:innen von besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Fairtrade ist ein weltweites Zertifizierungssystem, bei dem Produzent:innen von einem Mindestpreis und einer genau festgelegten Prämie profitieren. Laut Fairtrade Max Havelaar ist der Fairtrade-Mindestpreis als Sicherheitsnetz zu verstehen und orientiert sich an den durchschnittlichen Produktionskosten für eine nachhaltige Produktion. Dies schützt die Bäuerinnen und Bauern vor der Volatilität der Märkte. Wenn der Marktpreis höher ist als der Mindestpreis, wird der höhere Marktpreis bezahlt.
Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten alle Produzentenorganisationen oder Kooperativen eine Fairtrade-Prämie. Die Bauernfamilien oder die Beschäftigten auf Plantagen entscheiden gemeinsam in einem demokratischen Prozess, in welche sozialen, ökologischen oder ökonomischen Projekte die Prämie investiert wird und welche Ziele erreicht werden sollen.
Beispiele aus zwei Kooperativen h2>

Reiskooperative in Thailand
Ein grosser Teil unseres Fairtrade-Reises kommt aus Indien und Thailand über die Reismühle Nutrex zu uns in die Regale. Die Kooperative OASIS in Surin, Thailand ist Fairtrade-zertifiziert und finanziert jedes Jahr verschiedene Projekte mit der Fairtrade-Prämie. So organisieren sie beispielsweise Weiterbildungen für ihre Mitglieder, arbeiten an der Verbesserung ihrer Reissamen oder schaffen sich gemeinsam neue Maschinen an.

Goldmine in Peru
Mit der Initiative unseres Fachformats Coop City waren wir 2014 die erste Detailhändlerin der Schweiz, die das Gold für einzelne Teile ihrer Kollektion aus fairem Handel bezieht. Peru ist eines der bedeutendsten Länder im Goldabbau. In der Goldmine Sotrami in Santa Filomena wird Fairtrade-zertifiziertes Gold abgebaut. Die Mine wurde 2011 zum ersten Mal Fairtrade-zertifiziert. Die Mitglieder der Mine Sotrami haben sich gemeinsam dazu entschlossen, mit der Fairtrade-Prämie unter Anderem ihre Wohnanlagen zu renovieren. So haben sie heute saubere und warme Wohnanlagen zur Erholung und Unterhaltung.